Ein Ferienparadies unter hohen Bäumen

630 Kinder gegenwärtig im Feriendorf "Hoher Hain" Limbach-Oberfrohna

Von unserer Mitarbeiterin Franka Hänig

Limbach-Oberfrohna. Die Sonne blinzelt vorsichtig zwischen den Wolken hindurch, und im Wald zwitschern die Vögel um die Wette. Durch die offenen Fenster und Türen der Bungalows, die wie Pilze zwischen den Birkenbäumen ragen, dringt fröhliches Kindergeschrei. Ein verspäteter Aufsteher wirft sein Handtuch über die Schultern und trottet zu den Duschräumen, während ein paar Meter weiter schon laut jubelnd der Volleyball übers Netz geschossen wird. Im Feriendorf "Hoher Hain" in Limbach-Oberfrohna beginnt ein neuer Ferientag.

"Wir haben zur Zeit 630 Kinder bei uns und damit das absolude Maximum erreicht", freut sich Gunter Kosalla, der Leiter des Feriendorfes. Nicht nur in der Ferienzeit, sondern von Mitte April bis Ende Oktober können sich die Kinder von den Strapazen des täglichen Schulstresses erholen. 22 Beschäftigte, davon elf Stammpersonal, kümmern sich um die jungen Gäste. Die 108 Vier-Bett-Bungalows sind alle elektrobeheizt. Auch die sanitären Anlagen sind neu. Zwei Drittel der Kinder kommen aus Sachsen, die anderen aus Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Berlin.

Kosalla und sein Team haben einen besonderen Grund zur Freude. Nachdem die Betreiber vom Sequester des konkursbetroffenen  Chemieanlagenbaus Germania einen Pachtvertrag bis Ende diesen Jahres erhalten haben ("Freie Presse" berichtete am 4./5. Mai), steht jetzt der Kaufvertrag kurz bevor. Kosalla: "Die Übernahme soll noch in diesem Sommer passieren." Für die nächsten drei Jahre sind dann Investitionen in Höhe von zwei Millionen Mark geplant.

Vorsichtig tupft die elfjährige Dorothee mit dem Pinsel grüne Farbe auf den Seidenstoff. Das blonde Mädchen ist zum ersten Mal in einem Ferienlager und von den vielen Kreativangeboten ganz begeistert. "Gestern habe ich Gipsmasken angemalt, heute bin ich bei der Seidenmalerei, und töpfern will ich auch noch", zwitschert sie fröhlich. Wer will, kann sich ein Mitbringsel aus Holz oder Steinen basteln. Auch die sportlichen Aktivitäten kommen nicht zu kurz. Fußball, Inlineskaten, Schießstand, Billard oder eine Fahrradtour mit dem BMX-Rad, alles ist möglich.

Der zwölfjährige Richard aus Berlin, wegen seiner flammenroten Haare und der Sommersprossen Pumuckel genannt, ist begeistert von den humanen "Zubettgehzeiten". Sein Freund Kai, ein braungebrannter Knirps aus dem Mecklenburgischen, erzählt begeistert vom Waldfest: "Da gab es selbstgemachten Gulasch." Besser als das sonstige Mittagessen, sind sich die beiden einig. Bei jeder Belegung gehören Indianerfest mit Countryband und Zeltübernachtung sowie eine "Mini-Playback-show" zum Programm. "Langeweile kommt hier bestimmt nicht auf", bestätigt Betreuer Ronny. Marion aus Jena ist zum zweiten Mal hier. "Weil mir die Landschaft gefällt. Außerdem gibt es keine Autobahn in der Nähe." Morgen steht bei ihr die Augustusburg auf dem Programm. "Wenn ich nicht alles schaffe, ich komme nächstes Jahr wieder."