Mädchen und Jungen erleben abwechslungsreiches Programm im Feriendorf Hoher Hain in Limbach-Oberfrohna

Von unserer Mitarbeiterin Marianne Schultz

"Eigentlich kennen wir hier schon alles", trotzdem kommen die Cottbuser seit Jahren ins Feriendorf Hoher Hain. Betreuerin Andrea Grunert: "Die Kinder wollen hierher, hier ist`s auch bei schlechtem Wetter schön." Darauf jedenfalls setzen in diesen Tagen 573 Kinder und Betreuer aus dem ganzen Bundesgebiet, vorzugsweise aus Sachsen und den neuen Bundesländern. "Damit sind wir bis auf zwei, drei Bungalows total ausgelastet", so einer der beiden Hausherren, Ingo Sieber. Die Buchungspartner sind gemeinnützige Kindervereinigungen, kommerzielle Reisebüros, vereinzelt auch Firmen und Verbände.

Was die Kinder herzlich wenig interessiert, wenn sie Winnetou und Old Shatterhand spielen, versunkene Schätze suchen und einen zünftigen Kesselgulasch auf dem Dreibein im Wald kochen: Das Objekt befindet sich in der Umbruchphase, noch gehört es der Germania-GmbH in Liquidation, mit dem Sequestor besteht ein Pachtvertrag bis zum 31. Dezember. Klare, berechenbare Verhältnisse müssen her. Am 13. August beginnen konkrete Verhandlungen mit dem Sequestor. Und dem sieht Geschäftsführer Ingo Sieber (Kosalla & Sieber GmbH) erwartungsvoll entgegen, steht man in den Startlöchern für noch mehr Fun im Hohen Hain. In den nächsten zwei Jahren wollen die künftigen Besitzer zwei Millionen Mark investieren, konkrete Pläne liegen auf dem Tisch. Über den kaufpreis wurde bis zum Abschluß der Verhandlungen Stillschweigen vereinbart. Je früher der notarielle Akt also in Sack und Tüten ist, desto eher kann begonnen werden, wann? "Im Winter, hoffentlich. Denn im nächsten Jahr sollen die jugendlichen "Stammkunden" und solche, die es werden wollen, ihren Hohen Hain wieder als kindliche Ferien- und Freizeitoase vorfinden."

40 bis 50 Prozent der Gäste im Hohen Hain gehören zu den festen Kunden, in den Ferien liegt ihr Anteil sogar bei 70 Prozent, bezogen auf Verbände und Kindervereinigungen.

Vor dem Bungalow der Chemnitzer Kindervereinigung weist ein bemaltes Transparent auf "große Ereignisse" hin: Indianerfest mit Tänzen und Geschicklichkeitsspielen, und selbstverständlich in toller Kriegsbemalung. Zum Abendessen wird zünftige "Büffelkeule" gereicht, doch zuvor mußten jede Menge Geschicklichkeits- und Bewährungsproben erbracht werden. Sieger waren die besten Tänzer, die geschicktesten Häuptlinge und ihr Stamm. "Uns geht es dabei ausschließlich um den Spaß der Kinder", so Ingo Sieber, und manchmal sind die Betreuer verbissener und ehrgeiziger als die Jüngsten.

Jede Kindergruppe sei ein "Indianerstamm". "Und wir sind die Gänseblümchen." Die kleine Nora Elix von der Kindervereinigung aus Chemnitz bleibt ganz ernst. "Also: die Jungs sind die Blümchen und wir die Gänschen", Nora ist neun Jahre alt und "Medizinfrau". Der Stamm der Gänseblümchen hat selbstverständlich einen richtigen Häuptling, Sophie Toth hat sich bereits dazu drapiert. Und was essen Indianer? - "Würmer", kommt es schlagfertig aus der munteren Runde. "Oder etwa nicht?" Aline Flegel ist bereits zum zweiten Mal im Hohen Hain, Spaß mache eigentlich alles, wndern bummeln, "und wir sind ziemlich lange auf, aber dann schlaf ich doch als erste ein" , dafür steht sie morgens zeitig auf der Matte, ausgeruht. Vieles haben die Kinder erlebt. Ganz groß angekommen ist die Nachtshow mit dem Thema Nummer eins, Liebe. Dafür interessieren sich alle brennend, gestehen sie laut und freudvoll. Pyjamaparty und Grillfest sind ganz nach dem Geschmack von Constanze Hundt. Fröhlich schwenkt sie einen Feuervogel. Und Sehnsucht nach Hause? Natürlich, aber die Eltern schreiben ja.

Auch in den kommenden Tagen wird gespielt und gelacht im Hohen Hain, ob gestern zum Sportfest oder zum Waldfest, wenn der große Waldschrat persönlich seine neckischen Spiele spielt, der Wald mit seinen Geheimnissen anhand von Wegeskizzen zu erkunden ist.

Ob die Ferien gelingen, das Wetter als schlecht oder gut erlebt wird, vieles hängt für Ingo Sieber vom persönlichen Einsatz der Gruppenbetreuer, ihrer Phantasie und ihrem pädagogischen Geschick ab. "Das tollste Erlebnis bleibt aber die selbstgebaute Laubhütte im Wald." Zwanzig Kreativangebote wie Spielhäusel und Poolbillard oder Video über Großbildmonitor können die Ferienzeit dabei ergänzen.

Die Nachfrage für 1997 läuft bereits auf Hochtouren, vieleicht können dann auch Familien direkt Ferienaufenthalte für Ihre Kinder im Hohen Hain buchen, Überlegungen gehen dahin.

Der Schlußakkord für die diesjährigen Sommerferien fällt mit einem Paukenschlag am 4. August, viel Zeit für die eigenen Ferien der Mitarbeiter bleibt jedoch nicht. Vom 23. bis zum 25. August findet der Sächsische Schülerkongreß statt. 1.500 Kinder aus ganz Sachsen werden dazu im Hohen Hain erwartet.