Feriendorf Hoher Hain bereitet Saison vor

Geburtenschwache Jahrgänge wirken sich auf Anmeldungen im Limbacher Anlages aus - Inhaber: Wenigstens liegen Gästezahlen über dem Trend

Von Heike Hubricht

Limbach-Oberfrohna. Die winterliche Stille im Limbacher Feriendorf Hoher Hain trügt. Wenn auch rein äußerlich nichts zu sehen ist: im Bürogebäude laufen die Vorbereitungen auf die nach den Osterferien beginnende Saison auf Hochtouren. Die Telefone klingeln, über das Internet gehen ebenso Anfragen und Anmeldungen ein. Und die beiden Inhaber Gunter Kosalla und Ingo Sieber überlegen, welche Arbeiten, zum Beispiel Reparaturen jetzt noch in der rund 100.000 Quadratmeter großen Anlage anstehen.

Beide betreiben das größte private Ferienlager in den neuen Bundesländern. 1996 haben sie die aus dem Zeltlager hervorgegangene Anlage aus der Liquiditätsmasse des Chemnitzer Unternehmens Germania übernommen. In den 110 Bungalows (davon 18 mit WC) gibt es insgesamt 900 Betten für große und kleine Gäste.

Doch während das Feriendorf in den vergangenen Jahren fast immer ausgebucht war, stehen jetzt weniger Übernachtungen an. "Die Buchungszahlen gehen leicht zurück, ungefähr um acht bis zehn Prozent", berichtet Kosalla. 2002 zählte man noch 77.000 Übernachtungen, 2003 72.400 Übernachtungen und im vorigen Jahr reichlich 72.000. Und er weiß, dass es anderen Kinder- und Jugendreiseveranstaltern genauso geht: "Wir merken einfach die geburtenschwachen Jahrgänge." Wenn es weniger Schüler gibt, finden logischerweise auch weniger Klassenfahrten statt. Einen Trost haben die beiden Inhaber: "Wenigstens liegen unsere Gästezahlen über dem Trend", meint Kosalla und führt dies insbesondere auf die immensen Investitionen in den vergangenen Jahren zurück. Über 2,6 Millionen Euro hat die Gesellschaft bürgerlichen Rechts bisher in die Anlage gesteckt, 2004 allein 100.000 Euro.

Wer das Feriendorf lange nicht besucht hat, erkennt es kaum wieder: Es hat sich in einen Ferienpark verwandelt. Den Mittelpunkt bildet ein riesiger Pilz, der bei Discos und Konzerten als Bühne dient und an dem sich die Gruppen bei An- und Abreise treffen. Holiday-Schaukel, Kletteranlagen, Kegelbahnen, Minigolfanlage sowie Sporthalle und Schwimmbad stehen den Gästen zur Verfügung. Darüber hinaus kommen Freunde von Inlinern, BMX-Rädern, Tret- und Motorkarts auf ihre Kosten. Zum Konzept gehört auch, das Ausflugs-Pakete in die nähere Umgebung geschnürt werden, so ins Bad Limbomar, ins "Apollo"-Kino, zur Wetzelmühle Niederfrohna, aber beispielsweise auch nach Augustusburg. "Wir haben uns auf den schmaleren Geldbeutel unserer Gäste eingestellt", sagt Kosalla. Das gelte auch für die Ferienfreizeit Limbo, die im Sommer für Sieben- bis 15- Jährige angeboten wird.

Kopfzerbrechen bereitet ihm etwas ganz anderes: Hartz III. "Wir haben ungefähr 25 Mitarbeiter, alles Saisonarbeiter", so Kosalla. "Wenn die Hartz-III-Regelung im Februar nächsten Jahres greift, bekommen sie in unserer Ruhezeit nicht mehr automatisch Arbeitslosengeld". Schon jetzt informiere er sich beim Arbeitsamt nach einer Lösung, die für die Beschäftigten am günstigsten ist.