Im Limbacher Feriendorf herrscht Hochbetrieb

Mit über 600 Kindern ist die Anlage "Hoher Hain" im Moment ausgebucht

Von Bernd Wild

Limbach-Oberfrohna. Martin Liebetruth probiert gerade die vielen Geräte auf dem Spielplatz aus. "Dieses gefällt mir ganz toll. Auch das Billardgolf ist eine prima Sache", meint der Neunjährige aus Benneckenstein. Sein Freund David Hartung aus Wernigerode ist ebenso begeistert von der Einrichtung. "Ich freue mich schon auf das BMX-Rennen und den Ausflug ins Freibad." beide Jungen gehören zu jenen, die derzeit im Feriendorf "Hoher Hain" zu Gast sind. Am Stadtrand von Limbach-Oberfrohna, inmitten eines Waldgebietes, befindet sich das Feriendorf, eines der größten Anbieter auf dem Gebiet des Kinder- und Jugendtourismus in Sachsen.

"Mit gegenwärtig 660 Kindern ist fast die Schmerzgrenze erreicht. Wir freuen uns natürlich, daß wir während der Sommerferien ausgebucht sind", sagt Ingo Sieber, einer der Geschäftsführer der Kosalla & Sieber GbR, die die Freizeiteinrichtung am Hohen Hain betreibt. Von April bis Oktober habe man zirka 65.000 Übernachtungen. Während das Objekt in der Vor- und Nachsaison überwiegend für Klassenfahrten genutzt wird, verbringen im Juli und August die Kinder und Jugendlichen einen Teil ihrer Sommerferien im "Hohen Hain".

Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, davon sind etwa 85 Prozent aus den neuen Bundesländern. "Viele Eltern in der ehemaligen DDR müssen dabei umdenken, was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft. Vor der deutschen Einheit brauchten sie für die Unterbringung ihrer Kinder im Ferienlager nur einen geringen Obolus zu bezahlen. Jetzt ist diese Summe gestiegen. Auch in den Altbundesländern war dieser Betrag geringer als jetzt", so Sieber. Im Feriendorf koste der Tagessatz mit Übernachtung und Vollpension zwischen 26 und 28,50 Mark. was die Reiseveranstalter, gemeinnützigen Vereine, Kirchen oder Verbände dann als Preis von ihren Kunden verlangen, sei sehr unterschiedlich. In diesem Jahr habe man erstmals eine eigene Belegung, das heißt, Eltern wandten sich direkt an das Limbacher Feriendorf. "Die etwa 60 Kinder sind voll in den gesamten Ablauf mit integriert", sagt Sieber.

"Außer der Übernachtung und dem Essen bieten wir eine Freizeitgestaltung an. So führen wir innerhalb eines Zwei-Wochen-Rhythmus fünf Veranstaltungen, wie eine Miniplayback-Show, ein Sportfest, Waldfest, eine Spiel- sowie eine Nightshow durch", betont der Geschäftsführer. Darüber hinaus vermittle man anhand eines kataloges mehrere Ausflugsziele.

Dazu gehören beispielsweise ein Halbtagesausflug zur Augustusburg oder in das neue Spaßbad nach Bad Lausick. "Wir freuen uns selbstverständlich ebenso auf die Fertigstellung des Freizeitbades auf der Kellerwiese, um auch dieses dann unseren Gästen anbieten zu können", hebt Sieber hervor. Das Feriendorf habe derzeit etwa 60 Prozent an Stammkunden. "Natürlich müssen wir immer damit rechnen, daß diese sagen, wir wollen einmal woanders hin fahren. Deshalb bieten wir denjenigen, die schon mehrmals bei uns waren, ein kleines "Bonbon" an. Das betrifft unter anderem freien Bustransfer und freien Eintritt in ein Bad."

Das zehn Hektar umfassende Feriendorf hat sein Gesicht ständig zum Positiven verändert. "Wir haben die erste Investitionsphase seit 1996 abgeschlossen. dabei wurden elf Bungalows für die Betreuer umfassend saniert", erklärt Sieber.

Insbesondere für die Freizeitgestaltung wurde viel getan. so verfügt die Limbacher Einrichtung über den größten Abenteuerspielplatz der Region. Neu sind zudem eine Seilrutsche, ein Fitneßcenter, Trampolinpark und eine automatische Zwei-Bahnen-Kegelanlage. "Das Ganze kostete rund 1,6 Millionen Mark", unterstreicht Sieber.

Als nächstes größere Vorhaben ist ein zirka 250 Quatratmeter großes Schwimmbecken geplant. Nach den Worten von Sieber soll der Bau eventuell noch in diesem Jahr beginnen. Die Verhandlungen mit Banken und Firmen laufen bereits auf Hochtouren.

"Für mich ist der schönste Lohn, wenn sich die Kinder bei mir verabschieden und betonen, daß es ihnen sehr gefallen hat. Es kommt nicht selten vor, daß Mädchen und Jungen zum Abschied eine Träne im Auge haben", bemerkt Sieber.