Schüler tauschen im Camp Erfahrungen aus

56 Teilnehmer bei Unesco-Treff im Feriendorf Hoher Hain in Limbach-Oberfrohna

Von Eurem Redaktionsmitglied Heike Hubricht

Limbach-Oberfrohna. Bloß gut, daß die Go-Kart-Bahn mit Reifen abgepolstert ist. Die weißbehelmte Fahrerin bemüht sich um ein verkrampftes Lächeln. Wieder Bremse mit Gaspedal verwechselt. Erneuter Versuch. Und noch ein Fehlschlag. Doch nach der zweiten Runde hat Katja die Sache im Griff. "Eigentlich hat`s Spaß gemacht", lacht die Zwölfjährige wieder ganz locker. Und Rentner Josef Kosalla, der das Freizeitangebot betreut, zwinkert ihr zu: "Go-Cart-Fahren ist ja auch viel schwerer als Autofahren."

Katja Michel aus Bertelsdorf (Oberlausitz) ist eine von 56 Teilnehmern am vierten Unesco-Camp von Sachsen, das noch bis morgen im Feriendorf Hoher Hain in Limbach-Oberfrohna läuft. Die zwölf- bis 14-jährigen Mädchen und Jungen kommen aus Unesco-Schulen in Leipzig, Ralbitz, Freiberg, Sebnitz, Zittau und Zwickau. An den fünf Tagen in Limbach-Oberfrohna hatten sie Gelegenheit, sich über Ihre Projekte auszutauschen. An den Unesco-Schulen gibt es Spendenaktionen, die verschiedenen Projekten zugute kommen.

Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Zwickau, das in diesem Jahr das Camp organisiert, hat sich zum Beispiel die Betreuung von Tschernobyl-Kindern auf die Fahnen geschrieben. "Wir haben auch einen Hilfstransport für Tschernobyl auf die Beine gestellt", berichtet Yvonne Hamisch vom Goethe-Gymnasium Sebnitz- - "Wenn sich nach dieser Woche wenigstens ein Teil der Schüler weiter mit diesen Hilfsprojekten beschäftigt, ist schon viel gewonnen". sagt Uta Pietrowski, die Leiterin des Camps. Deshalb wurden diesmal auch etwas Jüngere mit eingeladen. Bezuschußt wird das Unesco-Camp durch das Comeniusinstitut in Dresden.

Natürlich sollen die Teilnehmer auch viel gemeinsam unternehmen und sich so kennenlernen. Während eine Gruppe Verkehrserziehung mit Go-Cart-Fahren absolvierte, radelte die zweite zum Limbacher Teichgebiet und machte dort eine Führung mit. Und der dritte Trupp besuchte die Fronfeste. Von Seidenmalerei und Batik über Modellieren mit Ton bis hin zum Gestalten von Schmuck reichten gestern die kreativen Angebote. Heute steht ein Ausflug zur Augustusburg und zum Oederaner Kleinerzgebirge auf dem Veranstaltungskalender.

Zufrieden mit der gegenwärtigen Auslastung des rund 100 Bungalow umfassenden Feriendorfs zeigt sich Inhaber Gunter Kosalla von der Kosalla & Sieber GbR. Über 600 Kinder erholen sich in dieser Woche auf den zehn Hektar großen Terrain. Hinzu kommen 60 bis 80 Aussiedler. "Bis 25. August sind wir voll ausgelastet", so Kosalla.

Auf die Neuerungen verwies Ingo Sieber: Riesenrohrrutsche und ein großes Baumhaus mit Hängebrücke erwarten beispielsweise die jungen Besucher. Und die etwas Älteren (ab 7. Klasse) können die automatische Kegelanlage nutzen, die übrigens auch Vereinen und Gruppen aus der Region zur Verfügung gestellt wird. Beim Rundgang zeigt Ingo Sieber auch die neue Pit-Pat-Anlage: Auf 18 Billardtischen sind verschiedene Hindernisse aufgebaut. Gleich daneben befindet sich das "Muscu-Center" mit speziellen Kraftsportmaschinen fürs Freie. Wer lieber draußen essen will, kann dies jetzt auf der Grillterasse tun. Zu den Investitionen gehören auch die 22 neu eingerichteten Lehrerzimmer.

Zudem ist geplant, zehn bis zwölf Bungalows mit Sanitärzellen auszustatten. Seit der Übernahme des Feriendorfs durch die GbR im Oktober vorigen Jahres wurden rund 1,15 Millionen Mark investiert, so Sieber.