Weitere 300.000 Mark in Feriendorf Hoher Hain investiert

Von Jürgen Sorge

Urlaubsstimmung pur gibt`s derzeit im Feriendorf am Hohen Hain. Anne Richter und Janette Löffler beratschlagen vor ihren Bungalow, was sie unternehmen wollen. Die beiden 13-jährigen Dresdnerinnen sind mit 44 weiteren Mädchen und Jungen und vier Betreuern vom Kinder- und Jugenderholungswerk Dresden eine reichliche Woche Gast in der Einrichtung.

Anne gefallen das Freibad und das Trampolinspringen. "Nicht schlecht waren die Ausflüge zum Stausee Rabenstein und in die Felsendome. Und die Superstimmung bei der Mini-Playback-Show", erklärt sie. Janette ergänzt: "In anderen Ferienlagern mussten wir immer eine Stunde eher ins Bett. Diesmal haben wir gute Betreuer. Die Jungs sind bei uns in der Überzahl, das ist aber okay."

Über mangelnde Auslastung braucht der Chef des Feriendorfes, Gunter Kosalla, auch in diesem Jahr nicht zu klagen. Zum Feriensommerauftakt gab es gleich einen echten Knaller. Ende Juni war die Einrichtung zwei Tage lang "Olympisches Dorf" für etwa 800 Teilnehmer an den Landesjugendsportspielen.

Während der Sommerferien ist das Feriendorf ständig ausgelastet. Seit vergangenem Herbst hat die Kosalla & Sieber GbR weitere 300.000 Mark in das Feriendorf investiert. Fünf Bungalows wurden komplett neu eingerichtet und mit Sanitärzellen ausgestattet sowie 60 neue Doppelstockbetten angeschafft. Es gibt zwei neue Volleyballplätze mit Tartanbelag. In einem ehemaligen, komplett entkernten Sanitärraum entstand ein "Kindernachtclub". Dort können die jungen Urlauber Musik hören, Billard spielen und gemütlich einen Milchshake oder Eisbecher genießen. "Obendrein haben wir an unserer Internetpräsenz gefeilt. Seitdem haben wir auch deutlich mehr Anfragen aus den alten Bundesländern", freut sich Kosalla.Derzeit verhandelt er mit Computerfreaks aus Bielefeld, die im Herbst an vier Wochenenden mit je 150 Leuten ins Feriendorf einrücken wollen. Fest gebucht hat schon die Sportschule Halle zwei Wochen im September für 600 Leute. Und auch für Familienfeiern, wie zum Schulanfang, sind die Räumlichkeiten, die das Objekt bietet, heiß begehrt.

Freibad, Dreifeldersporthalle, Kegelbahn oder Minigolfanlage, die in den letzten Jahren auf dem Gelände entstanden, lassen jetzt jedoch erst einmal die Herzen der Ferienkinder höher schlagen. An Diskos, Waldfest oder Mini-Playback-Show mit ausgefeilter Technik, die das Feriendorf für seine Gäste organisiert, denken die jungen Leute nach dem Urlaub genau so gern zurück, wie an Ausflüge zum Schaubergwerk in Oelsnitz/Erzgebirge oder zur Augustusburg.

Seit drei Jahren bietet das Feriendorf die Limbo-Ferienfreizeit. "Das heißt, die Eltern können ihre Kinder direkt bei uns anmelden und bringen sie ins Feriendorf. Die Betreuer stellen wir. Da die Eltern ihre Schützlinge hier gut aufgehoben wissen, haben wir auch in diesem Bereich schon Stammkunden", freut sich Kosalla. Zu ihnen gehört Michael Meißner. Der 13-jährige aalt sich auf der Liegewiese im Freibad. "Mir gefallen die Fußballspiele und das Billard. Und unsere Betreuer sind keine Lehrer. Da geht es nicht so streng zu", weiß der junge Mann zu schätzen. Über solches Lob freut sich Nicole Grohmann: Sie studiert an der Fachoberschule für Sozialwesen und arbeitet in den Ferien als Betreuerin. Der Job macht der jungen hübschen Frau offensichtlich Spaß: "Die Kinder sind lieb, auch wenn es Unterschiede gibt. Na ja, die Jungs sind pflegeleichter. Mädchen zanken sich manchmal um jede Kleinigkeit", meint sie verschmitzt.

Bei dem vielfältigen Programm trägt ungünstiger Wind in lauen Abendstunden manchmal Geräusche von Veranstaltungen auf der Freilichtbühne in die Stadt. "Dafür bitten wir um Verständnis", betont Kosalla. Das Feriendorf komme schließlich der ganzen Stadt zugute. "Von etwa 90.000 Übernachtungen die pro Jahr in der Stadt gezählt werden, bringen wir allein über 70.000. Damit machen wir Limbach-Oberfrohna bekannt und bringen Kaufkraft in die Stadt sowie gehörig Gewerbesteuer ins Stadtsäckel", so der Chef der Einrichtung.